20 April 2016 - 05:53
ISIS schockt mit Massenexekution von 300 Arbeitern

Die Jihadistenmiliz ISIS hat in Syrien nach offiziellen Angaben rund 300 Fabrikarbeiter entführt.

Die Jihadistenmiliz  ISIS  hat in Syrien nach offiziellen Angaben rund 300 Fabrikarbeiter entführt. Die Jihadisten hätten Mitarbeiter und Führungskräfte der Zementfabrik Badia verschleppt, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag. Wie "Sputnik News" mittlerweile wissen will, soll die Terrormiliz alle Geiseln exekutiert haben. Laut der Website sind sich die Quellen "fast sicher", dass die Massenexekution stattgefunden hat. Von offizieller Seite wurde dies noch nicht bestätigt.

Dem Bericht eines syrischen Fernsehsenders zufolge handelte es sich ebenfalls um rund 300 Mitarbeiter. Das Unternehmen habe "das Industrieministerium informiert, dass es keinen Kontakt zu den Entführten herstellen konnte", hieß es weiter.

Ein Sprecher des betroffenen Unternehmens hatte zuvor gesagt, seit dem Überfall am Montag fehle von rund 250 Angestellten jede Spur. Bewohner am Standort der Fabrik nahe der Kleinstadt Dumeir bestätigten die Angaben. "Seit dem IS-Angriff auf die Fabrik am Montagmittag können wir unsere Angehörigen nicht mehr erreichen", sagte ein Bewohner der Nachrichtenagentur AFP.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte ihrerseits mitgeteilt, von Dutzenden Fabrikarbeitern fehle jede Spur. Es sei zu befürchten, dass sie vom IS an einen unbekannten Ort verschleppt worden seien. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk vor Ort; eine unabhängige Bestätigung für ihre Angaben hatte zunächst nicht vorgelegen.

Die Badia-Zementfabrik liegt vor den Toren von Dumeir rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Dort hatte es in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe gegeben. Syrische Regierungstruppen nahmen dabei IS-Aktivisten unter Beschuss, die in dem Ort Stellung bezogen hatten.


Bayerische Spezialkräfte haben am Donnerstag zwei Männer aus dem Irak und Nigeria wegen möglicher Vorbereitung einer schweren Gewalttat festgenommen. Dies teilte das Bayerische Landeskriminalamt mit. Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch erklärte der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage, die Festnahmen gingen auf Informationen aus Sicherheitskreisen zurück.

Demnach könnten die beiden Personen in Kontakt mit anderen Personen gestanden haben, deren Namen auf den Listen der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) stehen sollen. Um die Verdachtsmomente zu überprüfen, seien die Männer vorläufig festgenommen worden. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" den Staatsanwalt zitiert.